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Bereits Monate zuvor hatten wir alles für Kapstadt gebucht, relativ wenig Erwartungen an die Destination gelegt und sie eher aus drei Gründen ausgewählt: im Winter ist dort Sommer, man hat wegen der gleichen Zeitzone keinen Jetlag und man sollte dort ziemlich gut essen können.

Ein gutes halbes Jahr später wurden die Reiseunterlagen ausgepackt und langsam auch mit dem Umfeld über den Urlaub gesprochen „Nee, da bin ich nicht da, wir fahren in den Urlaub. Wohin? Nach Kapstadt.“ Noch nie zuvor gab es soooo viel Feedback auf ein Reiseziel. Alle sind in Begeisterungsstürme ausgebrochen, über das Licht, die Landschaft, das gute Essen und immer wieder: „Da ist es sooo schön und man kann so wahnsinnig gut essen“. Alles klar, Kapstadt – wir kommen und haben große Erwartungen an dich, deine Restaurants und die Foodszene.

In diesem Reisebericht wird es einen kurzen Abriss der Locations geben, die wir vor Ort getestet haben und ich kann jetzt schon sagen, dass es gar nicht so einfach war die Liste mit Restaurant- und Locationtipps, die man im Vorfeld bekommen und recherchiert und dann auch noch vor Ort zusätzlich entdeckt hat, abzuarbeiten.

Also, um es mit den Worten meiner Kollegin zu sagen „What to see and eat in Capetown“:

Fangen wir mal mit dem „to sleep“ an. Wir hatten das Glück ein besonders liebevoll geführtes und zugleich hübsches Guesthouse gefunden zu haben! Das „Dysart Guesthouse“: Diese Unterkunft hat unsere Reise stark bereichert.

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Dieses kleine Hotel hat 5 Sterne und dennoch nur 6 Zimmer und zeichnet sich durch zwei Dinge aus: hübsches und modernes Design mit hochwertigen Zimmern (wir empfehlen die Zimmer in der oberen Etage mit Seaview, man guckt hier über die Dächer von Greenpoint und sieht das Meer am Horizont) und einem extrem persönlichen und liebevollen Service.

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Das Haus wird von drei Heidelbergern betrieben, die einen wie einen guten Freund behandeln und immer wieder mit hilfreichen Tipps und Empfehlungen versorgen – unterstützt werden sie dabei von ihren Mitarbeitern, die Rund um die Uhr für das Wohlergehen ihrer Gäste sorgen. Man fühlt sich sehr schnell sehr zu Hause. In das Dysart Guesthouse würden wir jederzeit wiederkommen.

Die Klassiker wie Tafelberg etc. lassen wir jetzt mal weg und kümmern uns nun um die Restaurants und Locations der Stadt. Vorneweg sei gesagt, dass man in Kapstadt nicht nur unglaublich gut, sondern auch unglaublich günstig essen gehen kann – auch in den „nobelsten“ Restaurants zahlt man für ein Abendessen für Zwei (2-3 Gänge) inkl. Getränke selten über 50 Euro.

Hussar Grill – seit 1964 eine Institution in Kapstadt.

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Hier haben wir den ersten Abend gegessen, weil eines der Hussar-Restaurants (es gibt 6 Läden in und um Kapstadt) fussläufig zum Dysart liegt. Wir haben dort während der Reise mit Abstand das beste Fleisch gegessen. Wer in Kapstadt und nicht zufällig Vegetarier ist, für den ist das Hussar ein Muss. Das Steak Tartare ist super, es gibt auch regionale Spezialitäten wie Springbock, beispielsweise als Carpaccio, und das Rinderfilet ist ein Traum.

Wakame – ein hübscher Asiate in Seapoint mit einer sehr guten Fisch- und Sushikarte. Hat seine besten Zeiten denke ich Anfang der 2000er gehabt, aber die Atmosphäre ist immer noch sehr nett, Essen und Service war auch super.

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Beluga – überhypter aber gerade total angesagter 90er Jahre International-Sushi-Möchtegern-Fine-Dining-Dingsbums: kann man machen, wenn man es sich mal angucken will, kann man aber auch lassen.

The Bungalow – die Adresse für den Schickimicki-Sundowner in Clifton. Das Essen würde ich eher mit Bistroküche abkürzen und ein Dinner dort nicht empfehlen, aber der Sonnenuntergang dort ist schon sehr schön.

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Royal Eatery – sehr cooler und sehr guter Bugerladen Downtown in der Longstreet. Die Burgervarianten sind sehr umfangreich und kreativ und man weiß gar nicht, für welche Komposition man sich entscheiden soll – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Unbedingt ausprobieren!

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Bukhara und Haiku – Asiate an der V&A Waterfront (Achtung, die sonstigen Läden an der V&A sind meistens eher aus der Kategorie „Touri-Hölle“), der auch einen Ableger an der Longstreet hat. Während das Bukhara klassisch indische Küche serviert, bekommt man im Haiku sehr gute asiatische Tapas. Im Ableger an der Waterfront kann man im gesamten Restaurant aus beiden Karten wählen und wer aus Berlin kommt, könnte sowohl von der Karte (insbesondere Haiku) und dem Ambiente meinen, die seien mit der Goodtimes-Family bekannt. Cooles, wenn auch dunkles, modernes Design, spannende Gerichte, super Qualität und guter Service.

Kitima – etwas abgelegen in Hout Bay gelegen und auch wieder asiatisch. Die Location ist schon ganz spannend, weil es wenig asiatisch aussieht und das Restaurant – das in einer alten Villa mit vielen Räumen und Separees untergebracht ist – optisch eher klassisch gehalten ist. Das Essen wird überall hochgelobt, weil es echte Thai-Küche ist. Mich persönlich hat es jedoch nicht richtig umgehauen. Kann man aber definitiv machen und der Service ist sehr gut!

Burrata – eine Neuentdeckung in Woodstock (Achtung: Woodstock ist das neu upcoming Kreativviertel der Stadt, aber man kommt und geht am besten nur mit dem Taxi hierher). Das Burrata ist auf dem Gelände gelegen auf dem auch das gefeierte Test Kitchen und der super tolle Neighbour Goods Market stattfindet. Es ist unseren Erfahrungen nach, der beste Italiener der Stadt!

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The Roundhouse – das Roundhouse liegt in einem Waldstück über der Bucht von Clifton und bietet am Abend 3-5 Gang-Menüs im Fine-Dning-Segment an. Wir haben uns den sogenannten „Rumbullion“ angeschaut, der nur Samstag und Sonntag stattfindet und Frückstück im Picknickstyle im Garten bietet. Es gibt alles was das Herz begehrt: hausgemachtes Müsli, Zimtschnecken, Eierspeisen, Carrot Muffins und natürlich Egg Benedict. Großartig!

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Lola’s – Deli-Café auf der Longstreet. Hier gibt es Frühstück, leichte Lunch-Gerichte und homemade Kuchen sowie frisch gepresste Säfte und Smoothies. Sehr zu empfehlen und gleichzusetzen mit dem Manna Epicur und dem Melissas auf der Kloofstreet (Verlängerung der Longstreet).

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The Butcherman – der Name sagt es schon, es handelt sich um einen Fleischer bei dem man nicht nur jegliches Fleisch von guter Qualität – und im Delistil die passenden Beigaben wie Brot, Gewürze und Saucen kaufen kann – hier gibt es auch homemade Burger und frisches Roastbeef. Die handvoll frischer Gerichte kann man im vorderen Bereich des Ladens bestellen und essen. Die Burger sind gut und klassisch, aber nicht besser als im Royale Eatery. Und die Pommes lässt man lieber weg. Wer Burger mag, sollte den Butcherman in jedem Fall ausprobieren.

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Giovannis – direkt neben dem Butcherman (und dem Hussar) liegt das Giovanni. Ein italienischer Deli mein einem großen Angebot an hausgemachten Feinkostartikeln, die man zum mitnehmen oder vor Ort essen bestellen kann, sowie einer kleinen gemütlichen Kaffeebar. Das Giovannis gibt es seit über 20 Jahren und ist somit schon Kult.

ABSOLUTER FAVORIT – Der Neighbour Goods Market in der Oldbiscuit Mill. Findet jeden Samstag in Woodstock statt und ist ein Foodie-Mekka. Hier tummeln sich in einer alten Lagerhalle jede Woche Einheimische und Touristen und schlemmen sich den ganzen Vormittag durch das breite und schier unerschöpfliche Angebot der Foodstände oder shoppen in den kleinen Boutiquen oder dem Designermarkt Accessoires und Klamotten von lokalen Designern. Mein Tipp: alle Leckereien teilen, damit man mehr probieren kann und nach den herzhaften Snacks erst mal durch die Shoppingangebote schlendern – danach schafft man dann auch noch mal was Süßes.

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Surprette – ebenfalls in Woodstock in der kleinen kreativen „Designmall“ Woodstock Exchange gelegen. Perfekte Location für einen Lunch-, Snack- oder Kaffeestopp, nachdem man die kreativen Shops von Woodstock erkundet hat.

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Waterkloof Winery – die Winelands sind ein Kapitel für sich und es gibt hunderte Weingüter im Umland von Kapstadt, die bekanntesten Orte hierfür sind Stellenbosch und Franschoek. Wir haben uns nur zwei Mal auf in die Region gemacht und bei der schnellen Beischtigung der bekanntesten Weingüter haben wir unseren Favoriten schnell gefunden. Die Waterkloof Winery liegt auf dem Weg nach Stellenbosch und ist ein sehr junges und modernes Weingut mit einem ausgezeichneten Bio-Restaurant. Blick und Design sind grandios.

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Der Rosé-Wein (Cape Coral) ist sehr gut und das Essen ist auf jeden Fall optisch ne Wucht, geschmacklich fehlte an der einen oder anderen Stelle etwas Würze, aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.

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Das Fazit der Reise: Kapstadt und Umgebung hat sowohl kulinarisch als auch landschaftlich so einiges zu bieten und befindet sich dennoch grad im starken Wandel. Als Reiseziel hat es daher auf jeden Fall starkes „Wiederkommer“-Potential!

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